1.4 Haus Ürzig
(1607)

Das Haus besteht aus zwei Bauabschnitten - aus einem älteren vorderen Bereich, auf den die Jahreszahl 1607 zutrifft, und aus einem Anbau vermutlich des 18. Jahrhunderts. Der Altbau - noch keine 6 m tief - läßt sich an der Länge der Flurküche ermitteln. Die sich anschließende Erweiterung von ungefähr 6,50 m besitzt, drei Stufen niedriger, einen gewölbten Keller, darüber das Treppenhaus, eine jüngere Küche und zwei rückwärtige Räume. Das ursprünglich rot mit einem leichten Blaustich, nicht etwa ochsenblutrot gehaltene Fachwerk ragt 60 cm über den massiven Unterbau vor, ist von Ornamenten frei, aber aufgrund der rasterförmig gesetzten Hölzer doch dekorativ. Die innere Aufteilung ist weitgehend an der Gliederung der Front erkennbar. Das hohe Portal mit dem Oberlicht deutet auf eine geräumige Flurküche hin. Sie nimmt mehr als die Hälfte der Hausbreite ein. Zu ihr ist auch das Rechteckfenster neben dem Oberlicht ausgerichtet, während das Fensterpaar daneben zur hochgelegenen, "eingehängten" Stube gehört - ein frühes Beispiel für die Mosel. Unter der Stube befindet sich ein kleiner Stall. Die Schlafzimmer liegen im Obergeschoß. Der Speicher ist den Ernteerträgen vorbehalten, die hochgetragen oder mit einem Seil am Giebel hochgezogen wurden.
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