Vorstand bestätigt: Bad Sobernheimer „Freundeskreis des Freilichtmuseums“ setzt Zeichen

Von Simone Mager

BAD SOBERNHEIM - Mit der Neuwahl des alten Vorstands setzt der Freundeskreis des Freilichtmuseums ein Zeichen der Geschlossenheit – oder wie der neue alte Vorsitzende Rolf Kehl (CDU) es nach seiner einstimmigen Wiederwahl ausdrückte: „Wir sind doch eine verschworene Gemeinschaft.“

Genau diese verschworene Gemeinschaft in Form von nicht-satzungskonformen Sitzungen eines geschäftsführenden Vorstands hatte der im vergangenen Jahr in den Vorstand gewählte Beisitzer Otfried Jost, gemeinsam mit dem inzwischen zurückgetretenen Willi Schlarb, neben zahlreichen anderen Punkten in der Vorstandsarbeit so lange kritisiert, bis Kehl und Schatzmeister Michael Herold entnervt das Handtuch warfen, um sich bei der Mitgliederversammlung jetzt wiederwählen zu lassen. „Um ein Zeichen zu setzen, damit der ein oder andere wach wird“, wie Kehl begründete.

Die Mitgliederversammlung in der Museumsgaststätte fand ohne Schlarb und Jost statt. Nach Information von Schriftführerin Margot Gras und dem stellvertretenden Vorsitzenden Peter Öhler habe Jost seine Teilnahme rund eine dreiviertel Stunde vor Sitzungsbeginn „um 18.17 Uhr per WhatsApp abgesagt“. Auf einen ausführlichen Bericht wollte Öhler verzichten. Er sei aufgrund der Vorkommnisse der vergangenen Monate nicht in der Lage, einen Vorstandsbericht abzugeben. Nur so viel: Sein Einsatz als stellvertretender Vorsitzender sei infrage gestellt worden. Die Aufforderung des Vorstands, für Recht und Ordnung zu sorgen, sei nicht notwendig gewesen. Es gehe jetzt darum, Ideen und Neuvorschläge zu sammeln, um das angeschlagene Schiff in ruhiges Gewässer zu bringen.

Kehl knüpfte seine Wiederwahl personell an die Position des Schatzmeisters Michael Herold, den die Versammlung regelrecht bekniete, doch weiterzumachen. Herold hatte zuvor die aktuellen Zahlen als kommissarischer Kassierer vorgetragen und herausgestellt: „Ich kann mir eine Zusammenarbeit mit diesen Herren nicht mehr vorstellen“, und meinte damit Schlarb und Jost. Von Kassenprüfer Cinc Ponert bekam er dann „eine vorbildliche Kasse“ bescheinigt. „Es fehlt kein Cent. Wir sind bekloppt, wenn wir sie verlieren“, lobte der Prüfer den Schatzmeister. Neben dem Kassenprüfer stellte auch Museumdirektorin Sabrina Hirsch dem bisherigen Vorstand ein gutes Zeugnis für eine korrekte und konstruktive Zusammenarbeit aus. Die Aussprache nutzte Alois Bruckmeier dazu, die Querelen zu hinterfragen. „Warum war der Vorstand nicht in der Lage, Tacheles zu reden?“, monierte er in Richtung Öhler und Kehl. Auch die Frage nach einem Ausschluss von Jost wegen vereinsschädigendem Verhalten wurde in den Raum gestellt. „Erbsenzählerei ist von Übel – in Vereinen, in der Historie und in der Politik“, kommentierte Theo Seiß, der es bedauerte, dass Jost nicht erschienen sei. Er hätte sich nämlich eine „wunderbare Rede“ zurechtgelegt.

Die Versammlung diskutierte zwei Anträge zur Geschäftsordnung beziehungsweise zur Familienmitgliedschaft, die Jost eingebracht hatte. Beide wurden abgelehnt, jedoch mit dem Hinweis, dass sich der Vorstand laut Stiftungsratsvorsitzender und an diesem Abend auch Wahlleiterin Bettina Dickes (CDU) „in Ruhe und ohne Emotion“ damit auseinandersetzen sollte. Neu in den Vorstand gewählt wurde Beisitzer Thomas Gräff aus Meddersheim.